Ein Gehstock soll vor allem eines: Sicherheit geben. Viele Menschen merken im Alltag, dass das Gehen unsicherer wird – sei es nach einem Sturz, bei nachlassender Kraft, bei Schmerzen oder einfach, weil man sich draussen auf unebenem Boden weniger stabil fühlt. Dann beginnt die Suche nach „dem richtigen Gehstock“. Und genau hier passieren viele Fehlkäufe: falsche Länge, falscher Griff oder ein Modell, das im Alltag nicht praktikabel ist.
1) Die wichtigste Frage zuerst: Wie lang muss der Gehstock sein?
Die Länge entscheidet, ob Sie aufrecht gehen können – oder unbewusst in eine Schonhaltung geraten. Als Faustregel hat sich bewährt: Körpergrösse (cm) geteilt durch zwei. Bei 170 cm Körpergrösse wären das zum Beispiel 85 cm.
Noch genauer ist die Messmethode am Handgelenk: Stellen Sie sich mit Alltagsschuhen gerade hin, lassen Sie die Arme locker hängen und messen Sie vom Handgelenk bis zum Boden. Das ergibt die benötigte Gesamtlänge inklusive Griff.
Wichtig: Ein Gehstock sollte eher etwas zu lang als zu kurz sein – so entstehen weniger Fehlhaltungen.
2) Griffwahl: Komfort und Druckverteilung sind entscheidend
Viele unterschätzen den Griff. Dabei ist er bei längerer Nutzung der wichtigste Komfortfaktor: Wie verteilt sich der Druck auf die Hand? Liegt der Stock stabil? Lässt er sich zwischendurch über den Arm hängen?
Auf der Gehstöcke-Kategorie sind mehrere Griffvarianten beschrieben.
Ein paar einfache Orientierungspunkte:
- Derby-Griff: der klassische Standard – weit verbreitet, angenehm und gut über den Arm hängbar.
- Ergonomischer Derby: mehr Auflagefläche, oft komfortabler bei längerer Nutzung oder grösseren Händen.
- Fischer-Griff: für rechts oder links geformt und auf Druckverteilung ausgelegt; wird häufig paarweise genutzt.
Wenn die Hand schnell ermüdet oder Schmerzen auftreten, lohnt sich oft ein Griff mit besserer Auflage und Druckverteilung.

3) Faltbar oder stabil – was passt zu Ihrem Alltag?
Auch die Bauart sollte zur Nutzung passen. Faltbare Gehstöcke sind praktisch, wenn Sie den Stock nicht ständig benötigen, ihn aber unterwegs griffbereit haben möchten – etwa zum Verstauen in einer Tasche. Stabile Modelle sind sinnvoll, wenn der Gehstock täglich genutzt wird und Sie ein ruhiges, verlässliches Standgefühl suchen. Hier zählt weniger „kompakt“, sondern „verlässlich“.
4) Warum eine kurze Einweisung oft die beste Entscheidung ist
Ein Gehstock ist nur dann eine Hilfe, wenn er korrekt eingestellt und richtig eingesetzt wird. Auf der Seite wird empfohlen, sich im Fachhandel oder von Pflegepersonal einweisen zu lassen, damit Sie sich sicher fühlen und Fehlhaltungen vermieden werden.
Gerade wenn der Stock neu ist oder wenn mehrere Personen denselben Stock nutzen, lohnt sich diese kurze Abklärung.
Fazit: Der beste Gehstock ist der, der zu Ihnen passt
Ein Gehstock soll den Alltag einfacher machen – nicht komplizierter. Wenn Länge und Griff stimmen und der Stock zu Ihrem Einsatz passt, entsteht genau das: mehr Sicherheit, weniger Belastung und ein besseres Gefühl beim Gehen.