Welches Sitzkissen hilft wirklich bei Rückenschmerzen? (Keilkissen, Steissbein & Druckentlastung)

Wer viel sitzt, kennt das Problem: Nach ein paar Stunden beginnt der Rücken zu ziehen, das Steissbein meldet sich oder man merkt, dass man automatisch „zusammensackt“. Viele suchen dann nach einem Sitzkissen – und merken schnell: Die Auswahl ist riesig. Keilkissen, Steissbeinkissen, Gel, Schaum, „orthopädisch“ … aber was hilft wirklich?

Gel, Schaum, „orthopädisch“ … aber was hilft wirklich? Die wichtigste Erkenntnis: Ein Sitzkissen wirkt nur dann, wenn es zum Problem und zum Alltag passt. Sonst fühlt es sich kurz angenehm an, bringt aber langfristig wenig – oder wird gar nicht mehr genutzt.


1) Rückenschmerzen beim Sitzen: Haltung oder Druck?

Rückenschmerzen entstehen beim Sitzen häufig aus zwei Gründen: 

  • Haltung: Das Becken kippt nach hinten, der Rücken rundet sich, der Nacken kommt nach vorne. 
  • Druck: Bestimmte Punkte werden zu stark belastet (z. B. Steissbein oder Gesäss), besonders bei langem Sitzen. 

Darum ist die Frage entscheidend: Brauchen Sie eine Haltungsverbesserung oder eine Druckentlastung? 

Wer das klärt, findet deutlich schneller das richtige Kissen.


​2) Keilkissen: wenn die Haltung das Problem ist

Ein Keilkissen ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie im Büro oder Homeoffice lange sitzen und merken, dass Sie „einsacken“. Durch die Form kippt das Becken leicht nach vorne. Das unterstützt eine aufrechtere Haltung – und kann Rücken und Nacken entlasten, weil die Wirbelsäule weniger in einer ungünstigen Position bleibt. 

Keilkissen sind oft eine gute Wahl, wenn:

  • Sie viel am Schreibtisch sitzen 
  • Sie eher ein Haltungsproblem als punktuelle Schmerzen haben 
  • Sie eine stabilere Sitzposition möchten

3) Steissbeinkissen: wenn es punktuell weh tut

Wenn der Schmerz klar am Steissbein sitzt – zum Beispiel empfindlich beim Sitzen oder nach längerer Belastung – sind häufig Sitzkissen mit Aussparung sinnvoll. Sie entlasten genau dort, wo der Druck unangenehm ist. 

Steissbeinkissen sind oft passend, wenn: 

  • Sitzen am Steissbein schmerzt 
  • Sie eine spürbare, punktuelle Entlastung möchten 
  • Sie merken: „Es ist nicht der ganze Rücken, es ist dieser Punkt.“

4) Druckentlastung im Alltag: Zuhause, Auto, Rollstuhl

Manchmal geht es weniger um Haltung und mehr um Dauerbelastung: lange Sitzzeiten, empfindlicher Untergrund oder Druckstellen-Risiko. Hier können druckentlastende Sitzkissen helfen – je nach Modell und Material (Schaum/Gel etc.).

Gerade im Rollstuhl ist die Wahl besonders wichtig, weil Sitzen nicht nur „ein paar Stunden“, sondern oft ein zentraler Teil des Tages ist. Dann lohnt sich eine kurze Beratung, damit Grösse, Sitzfläche und Entlastung wirklich passen.

5) Der schnelle Realitäts-Check vor dem Kauf

Bevor Sie ein Sitzkissen kaufen, helfen drei kurze Fragen: 

  1. Wo sitzen Sie am meisten? Büro, Zuhause, Auto oder Rollstuhl? 
  2. Was ist das Hauptproblem? Haltung oder Druck? 
  3. Wie lange sitzen Sie am Stück? 30 Minuten oder 6 Stunden? 

Oft reichen diese Antworten, um die Auswahl stark einzugrenzen – und Fehlkäufe zu vermeiden.

Fazit: „Passend“ schlägt „teuer“

Das beste Sitzkissen ist nicht das teuerste, sondern das, das zu Ihrem Alltag passt. Keilkissen können Haltung verbessern, Steissbeinkissen entlasten punktuell, druckentlastende Modelle helfen bei langen Sitzzeiten.

Unsicher, welches Sitzkissen passt? Melden Sie sich kurz – wir helfen Ihnen, schnell die passende Lösung zu finden.